Ein Prosciutto di Parma ist eine ganz besondere Spezialität.
Das Einzigartige und das Unverwechselbare sind begründet in der Region, in der
Tradition und in der Herstellung. Und in der Tatsache, dass der Schinken aus
Parma mindestens zwölf Monate reifen muss. Der Werdegang hin zum Parmaschinken
mit dem Gütesiegel der Krone der Herzöge ist beeindruckend.
Das richtige Schwein muss es sein. Nicht jeder
Schweineschlegel taugt zum Parmaschinken. Nur die Rassen Large White, Landrace
und Duroc sind zugelassen. Die Schweine müssen aus den mittel- und
norditalienischen Regionen Emilia-Romagna, Venetien, Lombardei, Piemont,
Molise, Umbrien, Toskana, Marken, Abruzzen, Latium und Friuli Venezia Giulia
stammen. Dokumentiert wird die Herkunft durch einen dreiteiligen Stempel mit
Geburtsdatum sowie dem Namen der Provinz und des Aufzuchtbetriebs. Mais, Gerste
und Molke aus der Parmesankäse-Produktion stehen auf dem Speiseplan des
Schweins, bis es – mindestens 150 Kilo schwer und nicht jünger als neun Monate
– geschlachtet wird. Das Brandzeichen PP für Prosciutto di Parma sowie der Code
des Schlachthofs kennzeichnen die jeweils zehn bis 15 Kilo schweren Keulen, die
einzeln auf ihre Frische und Qualität geprüft werden.
Einsalzen will gelernt sein. Den wichtigen Prozess des Salzens,
Wartens und wieder Salzens und Wartens überwacht der Maestro Salatore. Der
Einsalzmeister behandelt die von Fett und Schwarte befreite Keule schrittweise
über einen Zeitraum von mehreren Monaten. Einzige Hilfsmittel sind natürliches
Meersalz, seine langjährige Erfahrung und viel Fingerspitzengefühl. Denn erst
die richtige Menge Salz, der richtige Zeitpunkt und die richtige Einsalztechnik
machen aus dem frischen Schweineschlegel einen Prosciutto di Parma.
Der Maestro Salatore in einer Parmaschinken-Manufaktur weiß
mit der ältesten Konservierungsmethode der Welt bestens umzugehen. Der Fachmann
wurde ausgebildet, um den Schinken – vor allem auf der Fleischseite und rund um
die Gelenkkugel des Hüftknochens – sparsam und sorgfältig mit Salz einzureiben.
Mit der Hand, versteht sich. Nach einem einwöchigen „Zwischenstopp“ der
Schinken in kühlen Lagerräumen wird dieser Vorgang ein weiteres Mal wiederholt,
um sie dann zwei bis drei weitere Monate ruhen zu lassen. Das Ergebnis des
Einsalzprozesses: Der Schinken ist etwa um ein Drittel leichter als vor dem
Salzen. Die für Geschmack und Konsistenz richtige Menge an Salz wurde
aufgenommen, alle übrigen Salzreste werden abgewaschen.
Jetzt kommt das Klima ins Spiel. Italien und speziell die
Region um Parma - beeinflusst durch den nahen Apennin - sind ein Paradies für
luftgetrocknete Spezialitäten. Die Luft ist samtweich, das Klima stabil und die
Durchschnittstemperatur optimal für eine lange Zeit des Reifens. Für die
richtigen Bedingungen sorgen die Hersteller mit speziellen Reifehallen, in
denen der Schinken in Ruhe trocknen kann. Lange, gegenüberliegende Fenster sind
hier Teil des Konzepts. Je nach Jahreszeit, Witterung und dem Zeitpunkt des
Trocknungsprozesses wird die Luftzirkulation individuell angepasst.
Um den Schinken nicht zu stark auszutrocknen, wird die
Fleischseite im Laufe der Lufttrocknung mit einer speziellen Paste aus Schmalz
und Salz bestrichen. Dieses so genannte Einschmalzen ist ein wichtiger Teil der
traditionellen Kunst der Parmaschinken-Herstellung. Das gilt auch für die
abschließende Prüfung durch den Schinkenmeister. Mit einem Pferdeknochen
sticht er dazu an fünf fixen Punk¬ten in den Schinken, um die Qualität zu
prüfen. Pferdeknochen sind dünn und porös und können so, wenn auch nur für
einen Moment, das Aroma des Schinkens aufnehmen. Gerade lange genug, um dem
Schinkenmeister Gewissheit über die Qualität zu geben.
Ein Schinken und eine Krone. Nur Schinken, der die
abschließende wichtige Prüfung erfolgreich besteht, kommt auch als Prosciutto
di Parma in den Verkauf. Als Zeichen dafür wird ihm das Qualitätssiegel des
Consorzio del Prosciutto di Parma verliehen: die Krone der Herzöge von
Parma– fünf Zacken für einen
einzigartigen und unverwechselbaren Schinken.
Zahlen und Fakten 2007
Die Branche
- 4.987 Schweinezuchtbetriebe
- 128 Schlachthöfe
- 167 Parmaschinken-Produktionsbetriebe
- Ca. 3.000 Mitarbeiter in den 167 Herstellungsbetrieben
Gesamtproduktion
- 9.519.000 Parmaschinken erhielten insgesamt das Gütesiegel.
- Davon wurden aus 1.000.000 Parmaschinken SB-Packungen produziert
/ + 23% vs. 2006
- Umsatz Produzenten insgesamt: 820 Millionen Euro
Exportmärkte gesamt
- Von den 9.519.000 produzierten Parmaschinken gingen 2.085.000
in den Export, davon 765.000 Parmaschinken in Form von geschnittener Ware in
der SB-Packung. Dies entspricht 36.000.000 Stück / + 19% vs. 2006
- Umsatz Produzenten aus Export: 180 Millionen Euro
Exportmarkt Deutschland
- Von den 2.085.000 exportieren Parmaschinken gingen 341.000
Stück nach Deutschland, davon 82.000 Parmaschinken als SB-Ware.
- Dies entspricht 4.600.000 Packungen / + 16,4 % vs. 2006
- Umsatz Produzenten aus Export nach Deutschland: 27 Millionen
Euro
Mehr zu Parmaschinken und dem Consorzio
del Prosciutto di Parma finden Sie [hier] im Internet |