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[ Druckansicht ] - [ zur Übersicht News ] Markt & Wirtschaft ISN-SchlachthofrankingSchweineschlachter nach starker Wachstumsphase bei Schlachtzahlen auf Konsolidierungskurs – KonzentrationsdruckDamme [ ISN - schweine.net ] 27.03.2012 In den letzten Jahren kannten die Schweineschlachter nur
einen Weg: die Schlachtkapazitäten weiter steigern. Nun scheint eine Phase der
Konsolidierung zu beginnen. Licht und Schatten prägten das Jahr der vier
größten Schweineschlachter. Einige mussten Federn lassen und stecken mitten in
der Konsolidierung, während andere weitere Wachstumsschritte umsetzten. Der Schlachtschweinemarkt ist weiterhin stark konzentriert,
denn die Top 10 Betriebe schlachten nahezu konstant 75 % der Schweine. Die
wahre Konzentration der Branche zeigt sich, wenn man hinter die Zahlen schaut.
Von den zehn größten deutschen Schweineschlachtern erreichen allein die Top 4
einen Marktanteil von über 60 %. Die folgenden sechs Unternehmen decken 15 %
des Marktes ab. Eine Reihe Top 10 Unternehmen gaben gegenüber der
ISN-Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands e.V. an, dass sie
zukünftig Einsparpotenziale vor allem in der Optimierung der
Produktionsprozesse sehen, z.B. hinsichtlich des Energie- und Wasserverbrauchs. Die Top 4 im Detail:
Tönnies: Wachstumsmarkt China im Blick
Absoluter Branchenprimus bleibt das Unternehmen Tönnies, das
im vergangenen Jahr etwa 15,4 Mio. Schweine geschlachtet hat. Das mit Abstand
größte Schlachtunternehmen war also auch im Jahr 2011 mit einer Steigerung der
Schlachtzahlen um über 1,2 Mio. Schweine weiter auf deutlichem Expansionskurs. Den Exportanteil hält Tönnies seit einigen Jahren bei über
50 %. Die Bedeutung der ausländischen Märkte für dieses Unternehmen ist
kontinuierlich hoch. Traditionell ist Tönnies im Russlandgeschäft besonders
stark, aber auch die asiatischen Märkte rücken zunehmend in den Fokus. So
kündigte Tönnies beispielsweise an, in Zerlegebetriebe in China investieren zu
wollen. VION und Westfleisch mit eigenen Tierwohllabeln
2011 vergrößerte sich der Abstand der VION auf den
Erstplatzierten. Vion büßte deutlich Marktanteile ein. Nach Schätzungen der
ISN, hat die Vion im vergangenen Jahr weniger als 10 Mio. Schweine
geschlachtet. Eine genaue Zahl wollte das Unternehmen nicht nennen. Zukünftig
will man sich verstärkt auf die Heimatmärkte konzentrieren, anstatt über den
Export weiter zu wachsen. Vion versucht sich dementsprechend neue Marktsegmente
zu erschließen: Gemeinsam mit dem Tierschutzbund und anderen wird derzeit ein
Tierwohllabel entwickelt, das dem Käufer dieses Fleisches höhere Standards in
der Tierhaltung garantieren soll. Ihre Schlachtzahlen weiter steigern konnte die Westfleisch.
Das Wachstum auf 7,16 Mio. Schlachtschweine war im Wesentlichen durch eine
Zunahme der Ausfuhrraten möglich. Der Exportanteil liegt, ähnlich wie bei
Tönnies, bei ca. 50 %. Besonders starke Wachstumsmärkte waren im vergangenen
Jahr die asiatischen Länder wie Hongkong, China und Südkorea. Ähnlich wie die
Vion, erschloss sich Westfleisch in 2011 mit dem Label "Aktion
Tierwohl" ein neues Marktsegment. Derzeit nehmen laut Westfleisch 120
Betriebe mit jährlich 410.000 Schweinen hieran teil, allerdings werden
Labelprodukte derzeit nach Kenntnis der ISN überwiegend für die ausländischen
Märkte produziert. Zu Beginn des Jahres 2011 übernahm der dänische Konzern
Danish Crown das Unternehmen D&S Fleisch. Die Anzahl der Schlachtungen
konnte nach dem Besitzerwechsel nicht gehalten werden, da unter anderem der
Standort Cappeln seit August 2011 zumindest vorübergehend geschlossen ist. Im
vergangenen Jahr wurden etwa 3,3 Mio. Schweine geschlachtet, das sind - 8 % im
Vergleich zu 2010. Bewegung auf den Plätzen 5-10 – Mittelstand: Durchwachsene Bilanz
Auch im zweiten Teil der Tabelle gibt es Licht und Schatten.
So konnten einige Unternehmen ihre Position ausbauen, andere verloren Plätze im
ISN-Schlachthofranking. Beim Unternehmen Vogler kamen an den drei Standorten in
Steine, Bremen und Laatzen zusammen 1,94 Mio. Tiere an den Haken. Damit konnte
der Vorjahreswert wieder erreicht werden. Auch die Firma Vogler exportiert
mittlerweile mehr als die Hälfte ihrer Produkte in alle Welt. Bei Böseler Goldschmaus (Garrel) lagen die Schlachtungen mit
1,5 Mio. Tieren ebenfalls stabil auf dem Niveau des Vorjahres. Eine Ausdehnung
der Kapazitäten ist auch in 2012 nicht geplant. Um den 7. Platz lieferten sich die süddeutsche Müller Gruppe
mit Schlachtbetrieben in Ulm, Bayreuth
sowie Birkenfeld und der BMR Schlachthof aus Garrel ein Kopf an Kopf Rennen.
Durch die Steigerung der Schlachtleistung in Ulm schlachtete die Müller Gruppe
im vergangenen Jahr mit 1,44 Mio. Schweinen annähernd 13 % mehr Tiere als 2010. Um gut 5 % zulegen konnte der BMR Schlachthof, bei dem im
vergangenen Jahr 1,44 Mio. Tiere an den Haken kamen. Auch hier wird nicht
primär ein weiteres Wachstum angestrebt, sondern vielmehr die Reduktion der
laufenden Kosten. Dass das Unternehmen Tummel aus dem westfälischen
Schöppingen noch als eigenständiges Unternehmen in dieser Statistik auftaucht,
ist dem Kartellamt zu verdanken. Dieses hatte die geplante Übernahme durch
Tönnies Ende des Jahres 2011 untersagt. Bei Tummel wurden im vergangenen Jahr
gleichbleibend 1,35 Mio. Mastschweine geschlachtet. Die Firma Gausepohl (Dissen) war im vergangenen Jahr auf
einem Konsolidierungskurs und ist im Ranking um einige Plätze nach unten
gerutscht. Gausepohl schlachtete im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben 1,3
Mio. Schweine (-2,6%). Zurückzuführen ist dieser leichte Rückgang unter anderem
auf die Schließung des Standortes Chemnitz, die das Unternehmen mit zu hohen
Energie- und Entsorgungskosten sowie hohen Veterinärgebühren begründete. ISN: Wachsames Auge auf Kräfteverhältnisse
Kostenreduktion bei den Schlachtunternehmen? Ein Schelm, wer
Böses dabei denkt. Sei es bei der Gestaltung der Abzugsmasken oder bei der
Klassifizierung, ob angesichts von Hauspreisen oder zuletzt der unsäglichen
Verlängerung des Zahlungsziels bei Vion: Die ISN bleibt wachsam. Aber aber auch
in Bezug auf die weitere Konzentration bleibt die ISN am Ball. Der
Übernahmeversuch von Tummel durch Tönnies im vergangenen Jahr hat gezeigt, dass
insbesondere der Branchenprimus darauf abzielt, seinen Marktanteil weiter
auszudehnen. "Wir werden den Markt weiterhin genau beobachten – und wie im vergangenen Jahr auch entsprechend einschreiten, wenn es nötig ist. Das ohnehin schon ungleiche Kräfteverhältnis zwischen roter und grüner Seite darf nicht noch weiter aus dem Gleichgewicht gebracht werden! Wir brauchen starke Marktpartner, aber es gibt einen deutlichen Unterschied zwischen Marktstärke und Marktmacht!" betont ISN-Geschäftsführer Dr. Torsten Staack. Anmerkungen:Diese Analyse des deutschen Schweinemarktes ist zuerst bei schweine.net erschienen. [Dort] finden Sie auch Grafiken zur Analyse mit Zeitreihen. Ein Besuch der Webseite lohnt!
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