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ISN-Schlachthofranking

Schweineschlachter nach starker Wachstumsphase bei Schlachtzahlen auf Konsolidierungskurs – Konzentrationsdruck

In den letzten Jahren kannten die Schweineschlachter nur einen Weg: die Schlachtkapazitäten weiter steigern. Nun scheint eine Phase der Konsolidierung zu beginnen. Licht und Schatten prägten das Jahr der vier größten Schweineschlachter. Einige mussten Federn lassen und stecken mitten in der Konsolidierung, während andere weitere Wachstumsschritte umsetzten.

Der Schlachtschweinemarkt ist weiterhin stark konzentriert, denn die Top 10 Betriebe schlachten nahezu konstant 75 % der Schweine. Die wahre Konzentration der Branche zeigt sich, wenn man hinter die Zahlen schaut. Von den zehn größten deutschen Schweineschlachtern erreichen allein die Top 4 einen Marktanteil von über 60 %. Die folgenden sechs Unternehmen decken 15 % des Marktes ab.

Eine Reihe Top 10 Unternehmen gaben gegenüber der ISN-Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands e.V. an, dass sie zukünftig Einsparpotenziale vor allem in der Optimierung der Produktionsprozesse sehen, z.B. hinsichtlich des Energie- und Wasserverbrauchs.

Die Top 4 im Detail:

Tönnies: Wachstumsmarkt China im Blick

Absoluter Branchenprimus bleibt das Unternehmen Tönnies, das im vergangenen Jahr etwa 15,4 Mio. Schweine geschlachtet hat. Das mit Abstand größte Schlachtunternehmen war also auch im Jahr 2011 mit einer Steigerung der Schlachtzahlen um über 1,2 Mio. Schweine weiter auf deutlichem Expansionskurs.

Den Exportanteil hält Tönnies seit einigen Jahren bei über 50 %. Die Bedeutung der ausländischen Märkte für dieses Unternehmen ist kontinuierlich hoch. Traditionell ist Tönnies im Russlandgeschäft besonders stark, aber auch die asiatischen Märkte rücken zunehmend in den Fokus. So kündigte Tönnies beispielsweise an, in Zerlegebetriebe in China investieren zu wollen.

VION und Westfleisch mit eigenen Tierwohllabeln

2011 vergrößerte sich der Abstand der VION auf den Erstplatzierten. Vion büßte deutlich Marktanteile ein. Nach Schätzungen der ISN, hat die Vion im vergangenen Jahr weniger als 10 Mio. Schweine geschlachtet. Eine genaue Zahl wollte das Unternehmen nicht nennen. Zukünftig will man sich verstärkt auf die Heimatmärkte konzentrieren, anstatt über den Export weiter zu wachsen. Vion versucht sich dementsprechend neue Marktsegmente zu erschließen: Gemeinsam mit dem Tierschutzbund und anderen wird derzeit ein Tierwohllabel entwickelt, das dem Käufer dieses Fleisches höhere Standards in der Tierhaltung garantieren soll.

Ihre Schlachtzahlen weiter steigern konnte die Westfleisch. Das Wachstum auf 7,16 Mio. Schlachtschweine war im Wesentlichen durch eine Zunahme der Ausfuhrraten möglich. Der Exportanteil liegt, ähnlich wie bei Tönnies, bei ca. 50 %. Besonders starke Wachstumsmärkte waren im vergangenen Jahr die asiatischen Länder wie Hongkong, China und Südkorea. Ähnlich wie die Vion, erschloss sich Westfleisch in 2011 mit dem Label "Aktion Tierwohl" ein neues Marktsegment. Derzeit nehmen laut Westfleisch 120 Betriebe mit jährlich 410.000 Schweinen hieran teil, allerdings werden Labelprodukte derzeit nach Kenntnis der ISN überwiegend für die ausländischen Märkte produziert.

Zu Beginn des Jahres 2011 übernahm der dänische Konzern Danish Crown das Unternehmen D&S Fleisch. Die Anzahl der Schlachtungen konnte nach dem Besitzerwechsel nicht gehalten werden, da unter anderem der Standort Cappeln seit August 2011 zumindest vorübergehend geschlossen ist. Im vergangenen Jahr wurden etwa 3,3 Mio. Schweine geschlachtet, das sind - 8 % im Vergleich zu 2010.

Bewegung auf den Plätzen 5-10 – Mittelstand: Durchwachsene Bilanz

Auch im zweiten Teil der Tabelle gibt es Licht und Schatten. So konnten einige Unternehmen ihre Position ausbauen, andere verloren Plätze im ISN-Schlachthofranking.

Beim Unternehmen Vogler kamen an den drei Standorten in Steine, Bremen und Laatzen zusammen 1,94 Mio. Tiere an den Haken. Damit konnte der Vorjahreswert wieder erreicht werden. Auch die Firma Vogler exportiert mittlerweile mehr als die Hälfte ihrer Produkte in alle Welt.

Bei Böseler Goldschmaus (Garrel) lagen die Schlachtungen mit 1,5 Mio. Tieren ebenfalls stabil auf dem Niveau des Vorjahres. Eine Ausdehnung der Kapazitäten ist auch in 2012 nicht geplant.

Um den 7. Platz lieferten sich die süddeutsche Müller Gruppe mit  Schlachtbetrieben in Ulm, Bayreuth sowie Birkenfeld und der BMR Schlachthof aus Garrel ein Kopf an Kopf Rennen. Durch die Steigerung der Schlachtleistung in Ulm schlachtete die Müller Gruppe im vergangenen Jahr mit 1,44 Mio. Schweinen annähernd 13 % mehr Tiere als 2010.

Um gut 5 % zulegen konnte der BMR Schlachthof, bei dem im vergangenen Jahr 1,44 Mio. Tiere an den Haken kamen. Auch hier wird nicht primär ein weiteres Wachstum angestrebt, sondern vielmehr die Reduktion der laufenden Kosten.

Dass das Unternehmen Tummel aus dem westfälischen Schöppingen noch als eigenständiges Unternehmen in dieser Statistik auftaucht, ist dem Kartellamt zu verdanken. Dieses hatte die geplante Übernahme durch Tönnies Ende des Jahres 2011 untersagt. Bei Tummel wurden im vergangenen Jahr gleichbleibend 1,35 Mio. Mastschweine geschlachtet.

Die Firma Gausepohl (Dissen) war im vergangenen Jahr auf einem Konsolidierungskurs und ist im Ranking um einige Plätze nach unten gerutscht. Gausepohl schlachtete im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben 1,3 Mio. Schweine (-2,6%). Zurückzuführen ist dieser leichte Rückgang unter anderem auf die Schließung des Standortes Chemnitz, die das Unternehmen mit zu hohen Energie- und Entsorgungskosten sowie hohen Veterinärgebühren begründete.

ISN: Wachsames Auge auf Kräfteverhältnisse

Kostenreduktion bei den Schlachtunternehmen? Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Sei es bei der Gestaltung der Abzugsmasken oder bei der Klassifizierung, ob angesichts von Hauspreisen oder zuletzt der unsäglichen Verlängerung des Zahlungsziels bei Vion: Die ISN bleibt wachsam. Aber aber auch in Bezug auf die weitere Konzentration bleibt die ISN am Ball. Der Übernahmeversuch von Tummel durch Tönnies im vergangenen Jahr hat gezeigt, dass insbesondere der Branchenprimus darauf abzielt, seinen Marktanteil weiter auszudehnen.

"Wir werden den Markt weiterhin genau beobachten – und wie im vergangenen Jahr auch entsprechend einschreiten, wenn es nötig ist. Das ohnehin schon ungleiche Kräfteverhältnis zwischen roter und grüner Seite darf nicht noch weiter aus dem Gleichgewicht gebracht werden! Wir brauchen starke Marktpartner, aber es gibt einen deutlichen Unterschied zwischen Marktstärke und Marktmacht!" betont ISN-Geschäftsführer Dr. Torsten Staack.

Anmerkungen:

Diese Analyse des deutschen Schweinemarktes ist zuerst bei schweine.net erschienen. [Dort] finden Sie auch Grafiken zur Analyse mit Zeitreihen. Ein Besuch der Webseite lohnt!

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