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Herz & Kreislauf
Neuer Herzbericht: Große regionale Unterschiede
Höchste Sterbequote bei Herzinfarkt in Brandenburg, niedrigste in Berlin
Hamburg [DGK] 14-10-2008
Die Sterblichkeit bei Herzerkrankungen geht kontinuierlich
zurück - das zeigen die Daten des aktuellen Herzberichts, der heute auf der
Herbsttagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie in Hamburg präsentiert
wurde. Allerdings profitieren vom Trend zu weniger Herztoten nicht alle
Bewohner Deutschlands in gleicher Weise, es gibt bei der Sterblichkeit
erhebliche regionale Unterschiede.
"Von einer auch nur in etwa gleichmäßigen
Versorgungslandschaft für Herzkrankheiten kann in Deutschland nicht gesprochen
werden", so Dr. Ernst Bruckenberger, Autor des jährlich erscheinenden
Herzberichtes. "Im Herz-Länderranking schneiden Baden-Württemberg, Sachsen
und Bremen am besten ab, Mecklenburg- Vorpommern, das Saarland und Brandenburg
am schlechtesten."
Krankenhausrate in Bremen am niedrigsten
Eine detailliertere Betrachtungsweise auf Länderebene zeigt,
dass die Wahrscheinlichkeit, aufgrund einer Herzerkrankung stationär im
Krankenhaus aufgenommen zu werden, in Bremen am niedrigsten ist, gefolgt von
Hamburg und Baden-Württemberg (20,5 bzw. 19.8 bzw. 15,8 Prozent unter dem
Bundesschnitt). Am höchsten ist die Herz- Hospitalisierungsrate im Saarland
(22,1 Prozent über dem Bundesschnitt), Mecklenburg-Vorpommern (+19,6) und
Brandenburg (+17,4). Die Über- oder Unterschreitung der bundesdurchschnittlichen
Morbiditätsziffern ist altersbereinigt dargestellt ebenso wie bei den
Sterbeziffer-Vergleichen.
Berliner sterben im Vergleich am seltensten an Herzinfarkt
Vergleichsweise gute Aussichten, nicht an einem Herzinfarkt
zu versterben, haben die Berliner, Schleswig-Holsteiner und Hessen (mit 23, 54
bzw. 55 Todesfällen nach Herzinfarkt pro 100.000 Einwohner).
Besonders gefährlich in Sachen Herzinfarktmortalität lebt es
sich hingegen in Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Sachsen (106, 104 und 94
Todesfälle pro 100.000 Einwohner).
Auswertung auf Kreisebene: Am wenigsten Herztode in Berlin, am meisten im
Landkreis Schönebeck
Bis auf Kreisebene herunter rechnet der aktuelle Herzbericht
regionale Unterschiede vor: Die niedrigsten Sterbeziffern aufgrund von
Herzerkrankungen waren in Berlin (66 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt)
sowie den Landkreisen Nordfriesland (50,5 Prozent unter dem Bundesschnitt) und
Stormarn (46,7 Prozent unter dem Bundesschnitt). Die größten Überschreitungen
der bundesdurchschnittlichen Sterbeziffer aufgrund von Herzerkrankungen wiesen
die Landkreise Schönebeck (132 Prozent über dem Bundesschnitt),
Ostprignitz-Ruppin (91,2 Prozent über dem Bundessschnitt) und Spree- Neiße
(84,3 Prozent über dem Bundesschnitt).
Versorgungslage sehr unterschiedlich
Auch die zur Verfügung stehenden Versorgungsstrukturen
variieren ganz erheblich im Bundesvergleich: Am stärksten über dem
Bundesdurchschnitt liegt die Häufigkeit von Herzoperationen im Saarland (32
Prozent über dem Bundesdurchschnitt), in Hamburg (+22,2 Prozent) und in
Sachsen- Anhalt (+19,4 Prozent). Bei der Zahl der Katheterinterventionen (PCI)
im Verhältnis zu den Einwohnern liegt Berlin an der Spitze (29,8 Prozent über
dem Bundesschnitt), Schlusslicht ist Sachsen-Anhalt (24,5 Prozent unter dem Bundesschnitt).
 
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