meat-n-more.info - Gesundheit
 
zur Übersicht
Kinder
Salmonelleninfektion durch Kontakt mit Reptilien
Kleinkinder besonders gefährdet
Frankfurt am Main [bpt] 20-08-2008
Schildkröten, Echsen, Schlangen und Krokodile, sind häufig
mit Salmonellen infiziert. Das dokumentiert der Zoonosen-Bericht 2008 des
Bundesinstituts für Risikobewertung aus Berlin. Danach wurden die
Krankheitserreger bei über 25 % der untersuchten Tiere festgestellt.
"Die meisten Reptilien zeigen bei einer
Salmonelleninfektion jedoch keine Krankheitssymptome. Sie scheiden die
Bakterien unbemerkt aus und sind so eine Infektionsquelle für den Mensch,"
so die Vorsitzende des Arbeitskreises Zoonosen im Bundesverband Praktizierender
Tierärzte, Anna Lam. "Die Erregerübertragung erfolgt über den Kot oder
kotverschmutzte Gerätschaften", erklärt die Tierärztin und Dipl. Agr.
Biologin.
Beim Mensch können die Salmonellen eine schwere Magen-Darmerkrankung
verursachen, die durch wässrigen bis blutigem Durchfall, Erbrechen und Fieber
gekennzeichnet ist. Aber auch lebensgefährliche septikämische
Krankheitsverläufe kommen vor. Dabei gelangen die Erreger oder von diesen
produzierte Gifte ins Blut und schädigen den gesamten Organismus.
Bei Kleinkindern, Senioren und Menschen mit einem
geschwächten Immunsystem können durch von Reptilien ausgehende Salmonellosen
einen besonders schweren Verlauf nehmen. Schildkröten oder Echsen eignen sich
deshalb nicht für eine Haltung in Familien mit Kindern unter 5 Jahren oder
Kindergärten. "Auch Reptilien in Streichelzoos können mit Salmonellen
behaftet sein." warnt Lam. Bei Symptomen einer Magen-Darm-Erkrankung nach
Kontakt mit Reptilien sollte der Arzt über den Tierkontakt informiert werden.
"Eine Behandlung der Reptilien gegen Salmonellen ist
selten erfolgreich. Die einzige wirkungsvolle Möglichkeit, sich vor Ansteckung
zu schützen, ist eine angemessene Hygiene beim Umgang mit Reptilien" sagt
Anna Lam und gibt einige Tipps, wie sich Salmonellen-Infektionen vermindern
lassen:
- Während des Umgangs mit Reptilien nicht essen, trinken oder rauchen,
da es dabei zu einer Keimübertragung kommen kann.
- Nach Reptilienkontakt oder Reinigungsarbeiten im Terrarium
Hände gründlich mit Seife waschen und gegebenenfalls desinfizieren.
- Käfige oder Gegenstände aus Terrarien nicht im
Küchenspülbecken, sondern in einem nicht für Lebensmittel genutzten Becken reinigen
und anschließend desinfizieren.
- Freilauf für Reptilien in der Wohnung auf einen Bereich begrenzen,
der nach dem Freigang gut gereinigt und desinfiziert werden kann.
 
zur Übersicht
|