meat-n-more.info - Gesundheit
 
zur Übersicht
Studien
Risikofaktor glykämische Last?
Aachen [Anja Baustian - fet] 19-07-2007
Eine
Zwischenauswertung der niederländischen EPIC-Studie wies die glykämische Last
als unabhängigen Risikofaktor für die Entstehung von Herzkrankheiten bei Frauen
mittleren Alters nach.
Bislang stand
überwiegend die Wirkungsweise von Fetten und Cholesterin auf den menschlichen
Stoffwechsel im Mittelpunkt der Forschung. Doch viele Anzeichen deuten auch auf
einen Einfluss durch Kohlenhydrate hin. Allerdings lieferten entsprechende
Untersuchungen bisher keinen fundierten Zusammenhang. Die aktuelle
Zwischenauswertung der EPIC (European Prospective Investigation into Cancer and
Nutrition) Studie aus den Niederlanden zeigt eine direkte Beziehung zwischen
dem Kohlenhydratverzehr und der Entstehung von Herzkrankheiten sowie
zerebrovaskulären Erkrankungen. Im Laufe von neun Jahren nahmen 15.714 Frauen
im Alter von 49 bis 70 Jahren ohne vorherige Anzeichen für Diabetes oder
kardiovaskuläre Erkrankungen teil.
Als
Beurteilungskriterien dienten der glykämische Index (GI) und die glykämische
Last (GL). Der GI beschreibt den Anstieg des Blutzuckerspiegels nach einer
Mahlzeit, bezieht aber die tatsächliche Kohlenhydratmenge einer Mahlzeit nicht
mit ein. Diese ist hingegen in der glykämischen Last berücksichtigt.
Die Ergebnisse
zeigten, was Forscher längst vermuten: Während ein hoher GI die Entstehung von
Herzkrankheiten förderte, jedoch nur eine geringe Auswirkung auf
zerebrovaskuläre Erkrankungen besaß, war eine hohe GL mit negativen Effekten
auf beide Erkrankungen verbunden. Vor allem bei Frauen mit starkem Übergewicht
stieg das Risiko signifikant an.
Während Mahlzeiten
aus reichlich Gemüse sowie Fisch, Eiern, Fleisch, Nüssen und Käse eine niedrige
glykämische Last erzielen und dadurch die Erkrankungsgefahr senken, hebt der
mengenmäßige Verzehr von Kohlenhydraten in Form von Getreideerzeugnissen,
Kartoffeln, Zucker und Süßigkeiten die glykämische Last an und mit ihr die
Wahrscheinlichkeit für Folgeschäden.
Hieraus ist zu
schlussfolgern, dass zukünftig in der Prävention und Therapie kardiovaskulärer
Erkrankungen neben der Qualität ebenso die Kohlenhydratmenge verstärkt
Beachtung finden sollte.
Literatur:
Joline W.J. Beulens, Leonie M. de Bruijne, Ronald P.
Stolk, Petra H.M. Peeters, Michiel L. Bots, Diederick E. Grobbee, and Yvonne T.
van der Schouw : High Dietary Glycemic Load and Glycemic Index Increase Risk of
Cardiovasculare Disease Among Middle-Aged Women: A Population-Based Follow-Up
Study. J Am Coll Cardiol 2007; 50; 14-21
 
zur Übersicht
|