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Nanosensoren erhöhen Produktsicherheit in der Lebensmittelindustrie
Bremerhaven [ttz] 26-09-2008

Auf dem Weg vom Produzenten zumVerbraucher können viele verschiedene
Faktoren die Qualität und Sicherheit von Lebensmitteln beeinträchtigen. Eine
Verunreinigung durch Mikroorganismen, Arzneimittelrückstände oder andere unerwünschte
Inhaltsstoffen müssen möglichst schnell erkannt werden, um im Ernstfall
angemessen reagieren zu können. Im Rahmen des EU-Projektes Nanodetect
entwickelt ein internationales Konsortium unter der Leitung des ttz Bremerhaven
einen auf biotechnologischen Schnellverfahren basierenden Nanosensor. Der
Startschuss fiel beim Kick-Off Meeting am 16. und 17. September in Bremerhaven.
Mit dem neuen System wird die Produktqualität am Beispiel
von Frischmilch noch auf dem Transport überprüft, bevor sie in der Molkerei in
große Tanks eingespeist wird und im Fall einer Kontamination einen hohen
wirtschaftlichen Schaden verursacht. Der Nanosensor wird an ein System
angeschlossen, das die Ergebnisse der Schnellanalyse auch online und in
Echtzeit verfügbar machen soll. Der Einsatz des Nanosensors wird zunächst in
der Milchwirtschaft erprobt. Ein wichtiger Optimierungspunkt ist die
Qualitätssicherung der Milch, die aus zahlreichen Betrieben stammt und in der
Molkerei zusammengeführt wird. Entspricht eine Charge nicht den Anforderungen
der Industrie und wird sie mit großen Mengen durchmischt, so wird die gesamte
Charge kontaminiert und damit unverkäuflich.
Der Nanosensor könnte bereits am Tankwagen zum Einsatz
kommen und direkt an die Milchpumpe angeschlossen werden. Am ttz Bremerhaven
arbeiten Wissenschaftler aus den Geschäftsbereichen
Lebensmitteltechnologie/Bioverfahrenstechnik und Molekulargenetik daran,
Mikrochips, die vom Microsystem Center Bremen entwickelt werden, mit einem
Antikörper zu versehen. Diese Antikörper sollen Mykotoxine,
Arzneimittelrückstände oder pathogene Mikroorganismen erkennen. Auch
Beimischungen, zum Beispiel von preisgünstiger Kuhmilch in hochwertige
Ziegenmilch, soll der Nanosensor aufdecken.
Die nachweisbaren Kontaminanten können aus mehreren Litern
Flüssigkeit in winzigen Mikrokanälen spezifisch angereichert werden. „So wird
beim Durchfluss eine hohe Kontaktrate der Antikörper erzielt und bei
signifikanter Zeitersparnis gegenüber üblicher Methoden eine exakte
Quantifizierung der Kontaminaten ermöglicht“, bringt ttz-Projektleiterin
Caroline Hennigs die Vorteile auf den Punkt. In der Lebensmittelindustrie
ergeben sich viele Einsatzmöglichkeiten für diese Technologie. Beispielsweise
können in der Produktsicherung Mycotoxine wie Aflatoxin M1 oder Arzneimittel-Rückstände
oder ein Verschnitt mit minderwertigen Substanzen simultan detektiert und ihre
Konzentration ermittelt werden.
Jenseits der Milchwirtschaft können Anwendungsfelder wie die
Trinkwasseraufbereitung, die Abwassereinigung oder die Prüfung der
Wasserqualität in Aquakulturen zukünftig von dieser Technologie profitieren.
Dem Konsortium gehören die Universität Bremen, d RIKILT (NL), das Central
Science Laboratory (UK), BIOCULT BV (NL), Noray Bioinformatics S.L (E), Optotek
d.o.o (SI), Formatgeria Granja Rinya, (E) sowie die Meierei Langenhorn (D) an.
Das Projekt hat ein Volumen von 2,6 Millionen Euro und wird von der
Europäischen Kommission im 7. Forschungsrahmenprogramm gefördert.
Bildunterschrift: Zur parallelen Bestimmung verschiedener
Biomoleküle lassen sich einzelne Nanosensoren durch Parallelschaltung
miteinander kombinieren.
Das ttz Bremerhaven versteht sich als innovativer
Forschungsdienstleister und betreibt anwendungsbezogene Forschung und
Entwicklung. Unter dem Dach des ttz Bremerhaven arbeitet ein internationales
Team ausgewiesener Experten in den Bereichen Lebensmitteltechnologie und
Bioverfahrenstechnik, Analytik sowie Wasser-, Energie- und
Landschaftsmanagement, Gesundheitssysteme sowie Verwaltung & Software.
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