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Staphylokokken in lang gereiften iberischen Rohwürsten
Kulmbach [KRÖCKEL] 14-10-2008
Quelle: Food Microbiology 25 (2008), 676-682.
Forscher der spanischen Universität der Extremadura in
Badajoz führten eine Untersuchung zum Vorkommen von Staphylokokken in lang
gereiften iberischen Rohwürsten durch. Die Würste werden in der Region
Extremadura mit traditionellen Technologien und ohne Zusatz von Starterkulturen
hergestellt. Dies ermöglicht die Vermehrung fleischeigener Mikroorganismen, welchen
unter anderem eine wichtige Rolle bei der Ausbildung von Aroma, Textur, Nährwert
und Sicherheit zukommt. Art und Anzahl der Staphylokokken werden durch die Herstellungsbedingungen
beeinflusst, insbesondere durch pH- und aw-Wert. Mittels ihrer Enzyme, Katalase
und Nitratreduktase, wirken sie dem Ranzigwerden entgegen und fördern die Ausbildung
der typischen roten Pökelfarbe. Zudem spielen sie eine Rolle bei der
Aromabildung.
Kenntnisse über die natürliche Mikroflora dieser Würste sind
von Bedeutung bei der Überwachung und Standardisierung der Reifung sowie der
Auswahl geeigneter Starterkulturen.
Insgesamt wurden 81 Staphylococcus Stämme aus salchicón und
chorizo zweier Hersteller isoliert und identifiziert: S. saprophyticus (50), S.
aureus (16), S. epidermidis (5), S. xylosus (5), S. equorum (4), S. vitulinus
(1). Die Identifizierung erfolgte mittels Gesamtzellprotein-Fingerprinting, 16S
rRNA Sequenzanalyse sowie biochemischer Tests. Keimzahlen im Produkt (KBE/g)
wurden nicht mitgeteilt.
Höhere Zellzahlen von S. saprophyticus wurden auch aus
italienischen und griechischen Salamis berichtet. Der relativ hohe Anteil von
S. aureus wird mit der traditionellen Herstellungsweise (ohne Starter)
begründet. Der hohe Anteil von S. saprophyticus scheint typisch für die hier
untersuchten Produkte zu sein, da andere Studien zu traditionellen spanischen Rohwürsten
vor allem S. xylosus im fertigen Erzeugnis fanden (FONTAN et al., 2007).
Andererseits könnte vielleicht auch die gewählte Methode bei der Isolierung der
Stämme (Inkubation der Nährböden bei 37 °C) dazu geführt haben, dass vorwiegend
S. saprophyticus und S. aureus isoliert wurden.
Das Protein-Fingerprinting erwies sich den Autoren zufolge
als eine schnelle und genaue Methode zur Identifizierung der vorherrschenden
Staphylococcus Isolate. Die Ergebnisse wurden mittels 16S rRNA Sequenzanalyse
bestätigt. Probleme gab es dagegen mit den biochemischen Tests (API Staph
Gallerie).
Aus dem Mitteilungsblatt der Fleischforschung Kulmbach(2008)
47, Nr. 181 – Praxis-Informationen Seite 219 - Wir danken für die Genehmigung.
Das Mitteilungsblatt wird von der Förderergesellschaft für
Fleischforschung in Kulmbach herausgegeben und kostenlos an die 740 Mitglieder
versand. Die Fördergesellschaft setzt ansehnliche Mittel ein, die für die Forschungsarbeit
der Bundesforschungsanstalt für Ernährung und Lebensmittel (BfEL), Standort
Kulmbach genutzt werden.
Mehr unter www.fgbaff.de
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