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Verderb spanischer Blutwurst nach Hochdruckbehandlung
Kulmbach [KRÖCKEL] 18-09-2008
Quelle: International Journal of Food Microbiology 123
(2008), 246-253.
Eine Gruppe von Forschern (DIEZ et al.) der Universitäten
Burgos, Udine und Turin untersuchte die Zusammensetzung der Mikroflora einer
spanischen Blutwurst (morcilla de Burgos) nach einer Hochdruckbehandlung (HDB)
bei 600 MPa, 15 °C für 10 min (adiabatische Temperaturzunahme: 3 °C pro 100
MPa).
Die populäre Wurst aus dem Norden Spaniens enthält 54 %
Zwiebeln, 17 % Reis, 17 % Speck, 8 % Blut und 1,8 % Salz (ohne Nitrit). Sie
wird mit Paprika, Pfeffer und Oregano gewürzt, in Schweine- oder Rinderdärme
gefüllt und eine Stunde bei 90 bis 95 °C erhitzt, dann auf 8 bis 10 °C
luftgekühlt und schließlich bei 4 °C gelagert. pH- und aw-Wert liegen bei 6,1 und
0,984. Vor dem Verzehr wird sie schließlich frittiert, gebraten oder gekocht
und als Teil traditioneller Gerichte serviert.
Der Verderb erfolgt unter aeroben Bedingungen durch
Pseudomonaden, unter Vakuum oder modifizierter Atmosphäre durch
Milchsäurebakterien. Die Haltbarkeit Vakuum verpackter Erzeugnisse beträgt je
nach Lagerungsbedingungen und Anfangskontamination 14 bis 21 Tage.
Schleimbildung, Aufgasen sowie säuerlicher Geruch und Geschmack sind die
typischen anaeroben Verderbserscheinungen.
Vor dem Erhitzungsprozess lagen hohe Keimzahlen an
Milchsäurebakterien (MSB, 109 KBE/g) und Pseudomonaden (106 KBE/g) vor. Nach
dem Erhitzen lag die aerobe mesophile Keimzahl bei 103 KBE/g. Während der
Kühllagerung der vakuumierten Produkte bei 4 °C erfolgte eine Zunahme der MSB
ab Tag 9 auf ca. 108 KBE/g an Tag 21 ohne HDB und an Tag 35 mit HDB.
Leuconostoc mesenteroides wurde durch die HDB vollständig
inaktiviert, während Weissella viridescens sich davon erholte und das Produkt
in typischer Weise verdarb. Daneben wurden auch Weissella confusa und
Leuconostoc lactis als relativ HDB-resistent Keime nachgewiesen.
Die Identifizierung der Mikroorganismen erfolgte mittels
Sequenzierung der durch PCR erhaltenen 16S rDNA Amplifikate, die nach
Auftrennung mit Hilfe denaturierender Gradientengelelektrophorese aus dem Gel
isoliert wurden.
Ohne HDB nahmen die pH-Werte ab Tag 9 auf 5,5, 5,0 und 4,8
an Tag 14, 21 und 35 ab. Bei der behandelten Wurst erfolgte eine Abnahme erst
ab Tag 28 auf pH 5,3 an Tag 35. Durch die HDB konnte die Haltbarkeit somit im
Vergleich zur Kontrolle deutlich verlängert werden.
Aus dem Mitteilungsblatt der Fleischforschung Kulmbach(2008)
47, Nr. 180 – Praxis-Informationen Seite 118 - Wir danken für die Genehmigung.
Das Mitteilungsblatt wird von der Förderergesellschaft für
Fleischforschung in Kulmbach herausgegeben und kostenlos an die 740 Mitglieder
versand. Die Fördergesellschaft setzt ansehnliche Mittel ein, die für die Forschungsarbeit
der Bundesforschungsanstalt für Ernährung und Lebensmittel (BfEL), Standort
Kulmbach genutzt werden.
Mehr unter www.fgbaff.de
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