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Gesunde Mitarbeiter - gesunde Firma
Betriebliches Gesundheitsmanagement steuern
Stuttgart [GemNet] 14-07-2008

Die Zunahme verhaltensbedingter Krankheiten wie Übergewicht
oder Rückenleiden und eine im Schnitt immer älter werdende Belegschaft
erfordert schon heute, dass Unternehmen die psychische und physische
Leistungsfähigkeit des einzelnen Mitarbeiters im unternehmerischen Denken und
Handeln nicht außer Acht lassen. Eine betriebliche Gesundheitsförderung gewinnt
immer mehr an Bedeutung, um das "Humankapital" eines Unternehmens zu
sichern. Trotzdem nutzen erst wenige Unternehmen diese Möglichkeit
systematisch. Im März startete nun an der Universität Stuttgart im Verbund mit
weiteren Einrichtungen das Forschungsprojekt GemNet mit dem Ziel, ein
praxistaugliches Instrumentarium zu entwickeln, mit dem Gesundheitsförderung in
das gesamtbetriebliche Management integriert werden kann.
Bei vielen Unternehmen erfolgen Planung und Umsetzung der
betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) über externe Partner zum Beispiel
Krankenkassen oder innerbetrieblich über die arbeitsmedizinischen Dienste. Der
Fokus liegt dabei überwiegend auf Krankheitsvermeidung oder Unfallverhütung.
Ein Managementansatz, der die Gesundheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
als Zielgröße definiert, wird selten realisiert. Oft sehen die Unternehmen erst
einen Anlass zum Handeln, wenn die Krankenfehlstände eine kritische Grenze
überschreiten. Auch als messbare Größe für den Erfolg der Maßnahmen liegen
bisher meist nur die erfassten Arbeitsunfähigkeitsdaten der Mitarbeiter vor.
Die Stuttgarter Wissenschaftler vom Lehrstuhl für Sport- und
Gesundheitswissenschaften unter Leitung von Prof. Wolfgang Schlicht konzipieren
gemeinsam mit den Unternehmen BGF-Maßnahmen und entwickeln zusätzliche
Kennzahlen, mit denen sich messen lässt, ob diese dazu führen, dass Mitarbeiter
in Unternehmen ihr Gesundheitsverhalten dauerhaft ändern und so ihre Gesundheit
verbessern. Dazu zählt beispielsweise, ob sie sich auch in ihrer Freizeit
ausreichend bewegen, ausgewogen ernähren, Entspannungstechniken erlernen oder
im Alltag die Treppe nehmen statt den Aufzug zu benutzen. Dazu befragen die
Forscher Mitarbeiter von am Projekt beteiligten Firmen und statten sie
beispielsweise mit Schrittzählern aus, um so etwas über das Ausmaß der
täglichen körperlichen Aktivität zu erfahren. Die Wissenschaftler interessieren
sich auch für die Meinung der Mitarbeiter über gesundes Verhalten.
Denn nur wer selbst davon überzeugt ist, dass ihm das
veränderte Verhalten etwas bringt, wird es langfristig praktizieren.
Mit den vom Forschungsprojekt GemNet entwickelten Methoden
soll es für die Unternehmen in Zukunft möglich sein, Gesundheitsmaßnahmen
gezielt zu steuern und deren Wirkung mit dem Verfahren der Balanced Score Card,
einem klassischen Werkzeug des betrieblichen Managements, messbar zu machen.
Die Forscher des Lehrstuhls für Sport- und
Gesundheitswissenschaften haben langjährige Erfahrungen in der Konzipierung und
Evaluation im Bereich der betrieblichen Gesundheitsförderung. Unter anderem
entwickelten sie mit der Betriebsmedizin der Porsche AG das Projekt Prevention
First, das dann bei den Firmen Porsche, Behr und Dürr umgesetzt wurde. Neben
den Stuttgarter Wissenschaftlern sind beim Forschungsprojekt GemNet im
interdisziplinären Verbund die Universität Dortmund mit dem Lehrstuhl für
Grundlagen und Theorien der Organisationspsychologie und das von Prof. Peter
Horváth geführte International Research Performance Institute (IPRI) beteiligt.
GemNet wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und der EU
gefördert. Weiter Informationen finden Sie unter [www.gemnet.de]
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