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Mikrobiologie traditioneller Rohwürste (Soppressata) aus dem Vallo di Diano im Süden Italiens
Kulmbach [KRÖCKEL] 14-03-2008

Quelle: Applied and Environmental Microbiology 73 (2007),
5453-5463.
Italien hat eine lange Tradition bei der Herstellung
fermentierter Würste. Fast jede Region bietet eine oder mehrere dieser
beliebten Produkte, einige davon auch mit geschützter geographischer Angabe
nach EG-Verordnung No. 1265/98. In der Campina-Region im Süden Italiens gibt es
viele Kleinbetriebe, die die luftgetrocknete Soppressata herstellen. Die Würste
werden nicht in großem Stil produziert und nur lokal als traditionelle
Erzeugnisse vermarktet.
Auf den Einsatz kommerzieller Starterkulturen wird
verzichtet, um die charakteristischen organoleptischen Eigenschaften zu
erhalten.
Die Studie von VILLANI et al. aus Neapel befasst sich mit
der Mikrobiologie dieser Würste und der Selektion von Starterkulturen, die für
diesen traditionellen Wursttyp geeignet sein könnten.
Die gereiften Würste lokaler Hersteller (n = 10,
Premiumqualität) enthielten hohe Keimzahlen an Staphylokokken und
Laktobazillen. Mittels PCR-DGGE und 16S rDNA-Sequenzierung wurden als Vertreter
der Staphylokokken Staphylococcus xylosus, S. succinus und S. equorum
identifiziert, als Vertreter der Milchsäurebakterien Lactobacillus sakei und L.
curvatus.
Die dominierende Hefeart war Debaryomyces hansenii. Der
pH-Wert der Soppressata liegt mit 5,9 -6,8 relativ hoch, der aw-Wert mit 0,82-
0,90 relativ niedrig. Die Keimzahlen der (1) Milchsäurebakterien liegen
überwiegend bei 107-108 KBE/g (Spanne 106 bis 109 KBE/g), (2) Staphylokokken
meist bei 106-107 KBE/g (Spanne < 104 bis > 107 KBE/g), (3) Enterokokken
bei 105-106 KBE/g (Spanne < 103 bis > 107 KBE/g, (4) Enterobacteriaceae meist
bei < 50 KBE/g (Spanne < 10 bis > 105 KBE/g), (5) Clostridien bei <
10 KBE/g, (6) Hefen bei 103-104 KBE/g.
Ausgewählte Stämme von S. xylosus, L. sakei, und L. curvatus
wurden hinsichtlich ihres technologischen Einsatzpotenzials unter den gegebenen
Reifebedingungen charakterisiert, um eine „autochthone“ Starterkultur zu
entwickeln. Selektiert wurde nach den Merkmalen Nitratreduktase, lipolytische
und antioxidative Aktivität, Proteolyse myofibrillärer und sarkoplasmatischer Proteine.
Die Evaluierung erfolgte in vitro (im Labor) sowie in situ
(in der Rohwurst). Die in situ-Evaluierung erwies sich dabei als geeigneter.
Die Rezeptur der Testchargen war wie folgt: 76 % mageres
Schweinefleisch, 24 % Schweinespeck, 2,8 % Kochsalz, 0,6 % schwarzer Pfeffer,
Weißwein und 250 ppm Kaliumnitrat.
Nach dem Abfüllen in Naturdarm wurden die Würste 4 Stunden
bei 18 °C / 86 % r.F. getrocknet und anschließend 14 Tage lang bei 14 °C / 68 %
r.F. gereift. Starterkulturen wurden mit 107 KBE/g zugesetzt.
In den Testfermentationen erwiesen sich Isolate von S.
xylosus (Stamm AVS5) und L. sakei (Stamm DVL17) als beste Kandidaten für eine
„autochthone“ Starterkultur. Mit S. xylosus AVS5 lagen die pH-Werte während der
Reifung stets bei > 5,7 (pH 5,8 nach 14 Tagen), mit L. sakei DVL17 bei >
5,4 (pH 5,6 nach 14 Tagen).
Aus dem Mitteilungsblatt der Fleischforschung Kulmbach (2007)
46, Nr. 178 – Praxis-Informationen Seite 231 - Wir danken für die Genehmigung. Das Mitteilungsblatt wird von der Förderergesellschaft für
Fleischforschung in Kulmbach herausgegeben und kostenlos an die 740 Mitglieder
versand. Die Fördergesellschaft setzt ansehnliche Mittel ein, die für die
Forschungsarbeit des MRI, Standort Kulmbach genutzt werden.
Mehr unter www.fgbaff.de
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