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Vertrauen eine zentrale Unternehmeraufgabe
DLG-Lebensmitteltage in Frankfurt am Main und Bad Soden - Vielbeachtete Tagung mit hochkarätigen Rednern – Verantwortung ein Schlüsselthema des 21. Jahrhunderts
Bad Soden / Frankfurt am Main [DLG] 24-10-2008
Vertrauen ist ein zentraler Faktor für den zukünftigen
Erfolg von Unternehmen in der Lebensmittelbranche, dessen Bedeutung noch
zunehmen wird. Hierüber waren sich alle Referenten bei den
DLG-Lebensmitteltagen, die am 8. und 9. Oktober in Frankfurt am Main und im
nahen Bad Soden stattfanden, einig. Aktuelle Vorgänge in den vergangenen Wochen
haben einmal mehr die Bedeutung gerade für die Lebensmittelhersteller
unterstrichen. Für den Präsidenten der DLG (Deutsche
Landwirtschafts-Gesellschaft), Carl-Albrecht Bartmer, ist „Verantwortung eines
der Schlüsselthemen gesellschaftlichen Zusammenlebens unseres 21.
Jahrhunderts“, betonte er bei der Eröffnung der Tagung. Angesichts des
tiefgreifenden gesellschaftlichen Wertewandels, den wir in allen Gesellschaften
und Ländern erleben, dürfen „Langfristwirkungen unseres Handelns, wenn wir
Verantwortung ernst nehmen, nicht ausgeblendet werden. Ansonsten gefährden wir
das hohe Gut Freiheit und damit die freiheitliche Gesellschaft“, mahnte der
DLG-Präsident. Selbstkritisch sprach er auch von einer „mangelnden Wahrnehmung
von Verantwortung“.
Ähnlich äußerte sich auch der Vorsitzende der
Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungswirtschaft (BVE), Jürgen Abraham. Wie
er in seinem Grußwort zu Beginn der Tagung betonte, habe das Thema „hohe
Dringlichkeit“ für die Unternehmer. Gerade Lebensmittelhersteller seien hier
angesichts der sensiblen Produkte für die tägliche Ernährung besonders
gefordert. Zudem müssten die Verbraucher auf ihre drängenden Fragen nach
Herkunft, Inhaltsstoffen, Genuss- und Gesundheitswert sowie der Nachhaltigkeit
Antworten erhalten.
Innerhalb von drei Jahren haben sich die
DLG-Lebensmitteltage zu einem Zukunftsforum für die Lebensmittelbranche und die
Qualitätsfachleute aus ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland
entwickelt. Die Vortragstagung, fünf Branchenforen und die Siegerehrungen
wurden in diesem Jahr von insgesamt über 500 Teilnehmern aus dem In- und
Ausland besucht. 20 Referenten aus den Bereichen Lebensmittelpraxis,
Wissenschaft, Handel, Marktforschung, Marketing sowie Food-Kommunikation
beleuchteten in den Fachforen und in der abschließenden großen Vortragstagung
das diesjährige Tagungsthema "Profil durch Verantwortung" und die
aktuellen Qualitätsherausforderungen der Gesellschaft, der Verbraucher und der
Lebensmittelmärkte sowie die sich daraus ableitenden Strategien aus
unterschiedlichen Perspektiven. Den hohen Stellenwert der DLG-Lebensmitteltage
in den Unternehmen hat der BVE-Vorsitzende Jürgen Abraham in seinem Grußwort
zum Ausdruck gebracht. Mit Hochachtung erklärte er, „trotz erst dreijährigen
Bestehens ist sie schon eine feste Größe in den Unternehmen“.
Vortragstagung setzte vielbeachtete inhaltliche Akzente
Höhepunkt war die Vortragstagung mit vielbeachteten
Vorträgen von hochkarätigen Unternehmern und Fachleuten. Aus der Sicht eines
Herstellers und eines Handelsunternehmens haben Peter Kowalsky,
Geschäftsführender Gesellschafter der Bionade GmbH in Ostheim (Rhön), und
Hans-Jürgen Matern, Leiter Qualitätssicherung der Metro Group (Düsseldorf), die
Konzepte und Maßnahmen ihrer Unternehmen vorgestellt. Der Personaldirektor der
August Storck KG (Halle/Westfalen), Gerhard Keller, stellte die soziale
Verantwortung als Grundlage unternehmerischen Erfolgs heraus. Denn angesichts
einer wachsenden Vertrauenskrise werde das soziale Engagement eines
Unternehmens zunehmend mehr Einfluss auf die Kaufentscheidungen der Verbraucher
nehmen, so seine Prognose. Ein zentraler Aspekt unternehmerischen Handelns, der
auch für den Erfolg des neuen "Kult- und Lifestyle-Getränks" Bionade
mitverantwortlich sei. Soziales Engagement, so Peter Kowalsky in seinem
Vortrag, präge das Markenbild von Bionade. Das Unternehmen setze besonders auf
die Region und die Menschen: In der Rhön entstünden Holunder- Anbauflächen,
sodass der regionale Bezug gegeben sei, außerdem habe die Firma ein Projekt zur
Trinkwassergewinnung („Trinkwasserwald“) initiiert. Auch die Bewegung „Jugend
trainiert für Olympia“ und das Nachhaltigkeitsprojekt „Umbau von Nadelwald zu
Laubwald“ profitiere vom sozio-ökologischen Engagement des Hauses, so Kowalsky.
Bekenntnis des Handels zur Verantwortung gegenüber dem Verbraucher
Der Leiter der internationalen Qualitätssicherung der Metro
Group AG, Hans-Jürgen Matern, hob ausdrücklich die Verantwortung des Handels
gegenüber den Lieferanten und dem Verbraucher hervor. „Der Verbraucher muss
sicher sein, dass er unbedenkliche und sichere Waren bekommt“. Matern, der das
Qualitätsmanagement für die Warenbeschaffung der Metro-Group aus über 100
Ländern sowie die Vermarktung des Gesamtsortiments in 30 Ländern verantwortet,
stellte die Konzepte und Maßnahmen von Metro vor. Ziel sei die Überprüfung
aller Systeme. Zugleich sprach er sich für eine Zusammenarbeit der gesamten
Wertschöpfungskette aus. „Insellösungen können wir nicht gebrauchen“, warnte
er. Da ein Stück Schweinefleisch, bis es in der Theke liege, „mindestens vier
Länder gesehen hat, wenn man Futtermittel, Düngung usw. mit berücksichtigt“.
Insofern sei eine sinnvolle, verantwortungsbewusste Kennzeichnung erforderlich.
Er warnte allerdings vor einer Diskriminierung von sogenannten „schlechten“
gegenüber „guten“ Lebensmitteln durch eine Ampelkennzeichnung.
Verstärkte Verbraucherkommunikation und Ernährungsbildung gefordert
Zum Abschluss der Vortragstagung hat mit Dagmar Freifrau von
Cramm eine der bekanntesten Food-Journalistinnen in Deutschland die
Vorstellungen der Verbraucher in Sachen Glaubwürdigkeit und Verantwortung und
die Herausforderungen daraus für Hersteller und Lebensmittelhandel aufgezeigt.
„Hören Sie mehr auf den Verbraucher!“, so lautete ihr Appell an die Hersteller.
Sie forderte eine verstärkte Verbraucherkommunikation und vor allem „mehr
Engagement der Unternehmen für Ernährungsbildung und einen konstruktiven Umgang
mit Kritik“.
BVE und DLG verstärken Zusammenarbeit
Im Rahmen der Tagung hat der BVE-Vorsitzende Jürgen Abraham
mit den Spitzen der DLG intensive Gespräche geführt. Sowohl DLG-Präsident
Bartmer als auch Abraham betonten in ihren Reden zu Beginn der Vortragstagung,
dass die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungswirtschaft (BVE) und die DLG
die Zusammenarbeit verstärken wollen. Dies würde zu einer weiteren Stärkung der
Lebensmittelhersteller im Markt und zu mehr Transparenz bei Qualitätsfragen
beitragen und damit vor allem einen wichtigen Beitrag zum Verbraucherschutz
leisten.
"Preis der Besten" verliehen
Branchenforen zu weiteren aktuellen Themen wie Frische und
Haltbarkeit, innovative Getränkekonzepte sowie Foren zu den Themen Häufigkeit
und Problematik von Lebensmittelallergien und dem Handwerksbäcker im Wandel
ergänzten das Programm. Einen weiteren Schwerpunkt bildeten die Siegerehrungen
mit den Verleihungen der „Preis der Besten“-Auszeichnungen für die besten
Betriebe in den verschiedenen Produktbereichen und die Verleihung der
Spitzenauszeichnungen für die Qualitätselite der deutschen und europäischen
Molkereibranche.

 
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