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Marktwachstum mit Bio-Lebensmitteln 2007 wieder über 15 %
Bioland fordert wieder verstärkte Förderung der Umstellung
Berlin [bioland] 31-01-2008
"Der Biomarkt in Deutschland hat sich auch im letzten
Jahr sehr positiv entwickelt", zog Thomas Dosch anlässlich einer Pressekonferenz
auf der Internationalen Grünen Woche Bilanz für das vergangene Jahr. Dies
zeigten aktuelle Marktdaten der Zentralen Markt- und Preisberichtstelle (ZMP).
"Die Umsatzsteigerung mit Biolebensmitteln in Deutschland lag 2007 bei
voraussichtlich über 15 % und erreicht damit ein Absatzvolumen von über 5 Mrd.
EUR. Nach Einschätzung der ZMP wird sich das starke Wachstum der letzten vier Jahre
auch 2008 fortsetzen“, so Dr. Hans-Christoph Behr von der ZMP.
Aus dieser positiven Marktausdehnung und der zu
beobachtenden Weiterentwicklung der Kundenbedürfnisse ergeben sich für die heimische
Biobranche neue Chancen durch Marktdifferenzierung. "Biokunden zeichnen
sich heute durch eine Vielfalt von Konsumenteninteressen aus und suchen nach
zusätzlichen Kaufargumenten. Dies bietet neue Chancen für die Positionierung
von heimischen Qualitätsprodukten am Markt gegenüber Billig-Bio", so Nina Stockebrand
vom Department für Agrarökonomie und Rurale Entwicklung der Universität
Göttingen.
Die heimische Bioerzeugung ist aber einem zunehmenden Konkurrenzdruck
in globalen Bio-Märkten ausgesetzt. Bioland hat sich daher gezielt die Stärkung
der heimischen Erzeugerbetriebe zur Aufgabe gemacht. Die Differenzierung über
höhere Produktions- und Verarbeitungsstandards, die Implementierung neuer Qualitätssicherungssysteme
und der Ausbau der Regionalvermarktung gehören dazu. Aus Erzeugersicht kommt
der festeren Positionierung gegenüber Abnehmerstrukturen eine immer höhere
Bedeutung zu. Bioland unterstützt und koordiniert deshalb die Gründung von Biomilch-Erzeugergemeinschaften.
"Ein guter Milchpreis ist von entscheidender Bedeutung auch für die
Attraktivität der Umstellung", so Heinz-Josef Thuneke, Mitglied im
Bioland-Präsidium und Koordinator der erst kürzlich gegründeten Bio-MEG Nord,
die rund 50 Biomilcherzeuger vertritt.
"Angesichts der guten Marktchancen ist es sehr
bedauerlich, dass nicht mehr Landwirte in Deutschland den Schritt zur
Umstellung ihrer Betriebe auf Bio-Erzeugung mitgehen", so Thomas Dosch.
"Die Schere zwischen boomendem Biomarkt und Rohstoff-knappheit aus
heimischer Produktion öffnet sich weiter, da die positiven Marktentwicklungen von
der Politik bisher nicht angemessen unterstützt wird."
2007 zeigt die Umstellungsrate bei Betrieben und Flächen
zwar wieder mehr nach oben, reicht aber bei weitem nicht aus, um die Nachfrage
zu bedienen. Ein Hauptgrund für das verhaltene Umstellungsinteresse ist die
nicht leistungsgerechte Honorierung der Umweltleistungen des Biolandbaus.
"Die Bundesländer müssen endlich ihre Möglichkeiten ausschöpfen, um die Wettbewerbskraft
heimischer Landwirte zu stärken und damit die Chancen der deutschen Land- und Ernährungswirtschaft
in diesem Wachstumsmarkt zu verbessern", so Dosch. Bioland fordert eine
deutliche Anhebung der Ökoprämien, die Biobetriebe als Honorierung von
besonderen Umweltleistungen erhalten. Fast alle Bundesländer haben im Jahr 2007
die Prämiensätze für den Biolandbau gekürzt und damit die Wettbewerbskraft
heimischer Betriebe im internationalen Wettbewerb geschwächt. Nachbarländer wie
Österreich, aber auch osteuropäische Länder wie Polen honorieren dagegen die
Umweltleistungen ihrer Bio-Betriebe weitaus besser als alle Bundesländer in
Deutschland. Biolandbau schafft Arbeitsplätze und leistet sehr viel zum Schutz
von Klima, Boden, Wasser und Natur. Diese gesellschaftlichen Vorteile werden in
Deutschland nicht ausgeschöpft, sondern exportiert.

 
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